Katja Wollny - Coachinglösung
Coaching für Führungskräfte und Teamentwicklung im Rhein-Main-Gebiet & Online

Schadet Konkurrenz im Unternehmen? Kommt darauf an!

Konkurrenz im Unternehmen gehört zum Leben dazu, ob wir das gut finden oder nicht.
Sie erinnern sich sicherlich auch daran: In unserer Kindheit gehörte das Kräfte messen ganz natürlich dazu. Wer kann am Schnellsten rennen? Wer springt am Weitesten? Wer löst das Rätsel als Erstes? Hier ging es vor allem um unsere Entwicklung.

Gab es keine Spielregeln, konnte es schnell unfair werden.

Auch am Arbeitsplatz begegnet uns täglich Konkurrenz - auf Führungsebene, unter oder sogar mit Mitarbeitenden. Es werden beispielsweise wichtige Informationen vorenthalten, um die Anerkennung der eigenen Leistung gerangelt und notwendige personelle Ressourcen nicht zur Verfügung gestellt, obwohl es möglich wäre. Oder in Abwesenheit wird schlecht über eine Person geredet.

Gibt es hier keine Regeln, um Konkurrenz in produktive Bahnen zu lenken und für die Weiterentwicklung im Unternehmen zu nutzen, kann diese schnell zur Falle werden. Liegt der Fokus von den Beteiligten auf dem Konkurrenzverhalten untereinander, wirkt sich das negativ auf die Motivation, Produktivität und psychologische Sicherheit aus. Damit werden gesamte Abteilungs- und Unternehmensergebnisse negativ beeinflusst.


Was bedeutet Konkurrenz im Unternehmen?

Konkurrenz bedeutet, den Kampf um die vorhandenen Ressourcen (Arbeitsplätze, notwendige Materialien, Gelder, Marktanteile etc.).
Gerade in der aktuellen Zeit sind einige Ressourcen knapper als zuvor. Deshalb ist bei den Betroffenen mit mehr Konkurrenz untereinander zu rechnen.


Was mir der Leistungssport über Konkurrenz gezeigt hat

Wenn Sie schon etwas auf meiner Website gestöbert haben, wissen Sie bereits, dass ich viele Jahre Leistungssportlerin im Schwimmen war.
Ich möchte Ihnen von einem Erlebnis bei einem Schwimmwettkampf erzählen, das mir bis heute in Erinnerung geblieben ist und mich geprägt hat.
Auch im Schwimmsport gibt es feste Regeln. Werden sie nicht eingehalten, wird man disqualifiziert. Doch auch mit Spielregeln ist unfaires Verhalten noch möglich.

Ich stand kurz vor dem Start bei einem Wettkampf. Acht Schwimmerinnen waren bereits an ihren Startblöcken eines 50-m-Schwimmbeckens angetreten. Zur Zuordnung der Schwimmerinnen in diesen Durchgang wurden die zuvor von den Trainer*innen gemeldeten Schwimmzeiten genutzt. Ich bin mit der Schwimmerin neben mir nett ins Gespräch gekommen. Und dabei haben wir uns gegenseitig erzählt, wie schnell wir 100-m-Brust schwimmen. Sie erzählte mir von einer langsameren Bestzeit als die meine war. Also entspannte ich mich.

Schon ging es los! Ein bestimmter Pfiff gab uns das Zeichen, dass wir auf die Startblöcke mussten. Kurz vorm Start war die Spannung immer besonders groß und die Energie entlud sich direkt beim Sprung ins kühle Wasser. Diesen Moment fand ich immer großartig!
Beim Auftauchen nach dem Startsprung bemerkte ich, wie die Schwimmerin, mit der ich gerade noch nett geplauscht hatte, schneller schwamm. Ich war überrascht! Denn hatte sie mir nicht kurz vorm Start erzählt, dass sie eine langsamere Zeit schwamm? Ich brauchte ein wenig, um mich von der Irritation zu erholen und fand dann meinen eintrainierten Rhythmus. Diese Erfahrung ist für mich bis heute in Erinnerung geblieben und sehr bezeichnend.


Leistung um jeden Preis? Meine Entscheidung gegen die Sportschule

Ich bin immer gerne und aus eigener Motivation geschwommen. Es hat mir Spaß gemacht von Anfang an - da war ich gerade 5 Jahre alt. Man konnte für eine Schwimmkarriere auch auf eine Sportschule gehen. Das heißt in der Woche ein Leben im Internat, eine Stunde von zu Hause entfernt, ohne Eltern. Jeden Tag vor der Schule direkt eine Trainingseinheit und nach der Schule ging es mit dem Training weiter.

Ich entschied mich, trotz der Möglichkeit auf eine Sportschule zu gehen, dagegen. Ich habe gespürt, dass es hier ausschließlich um Leistung ging. Hier hatte Spaß keinen Platz! Zum Glück unterstützten meine Eltern meine damalige Entscheidung. Bei den jährlichen Landesmeisterschaften sind wir trotzdem den Kindern und Jugendlichen von der Sportschule begegnet und mit ihnen im Wettkampf geschwommen. Das Mädchen beim gemeinsamen Start gehörte übrigens auch zu ihnen.

Ich erinnere mich an eine weitere Situation, als vier Mädchen von der Sportschule in gleichen Trainingsanzügen auf der Zuschauertribüne standen. Alle hatten total kurze Haare, weil das ja praktisch nach dem Training war und man schnell weiterziehen konnte. Sie sahen fast schon verhärmt aus - kein Lächeln, nur der starre Blick nach vorne auf das Schwimmbecken. Ich war irritiert!

Seit meiner Kindheit wurde mir mehrmals angeboten, dass ich auf die Sportschule gehen könne. Ich hatte jedes Mal abgelehnt.


Warum Motivation oft stärker wirkt als Konkurrenz 

Diese beiden Erlebnisse (und noch andere) waren für mich eine Bestätigung, dass ich den richtigen Weg für mich gewählt hatte.

Heute begegnet mir ein ähnliches Muster in Unternehmen:
Nicht Konkurrenz an sich schadet Unternehmen, sondern die Art und Weise, wie mit ihr umgegangen wird. Dort, wo ausschließlich Leistung und Wettbewerb im Mittelpunkt stehen, entstehen häufig Druck, psychologische Unsicherheit und negatives Konkurrenzverhalten. In Unternehmen, wo Menschen ihre Stärken einbringen können und sich wertgeschätzt fühlen, entstehen oft bessere und nachhaltigere Ergebnisse, indem für eine Sache und nicht gegeneinander gekämpft wird.

Ich hatte Spaß am Schwimmen, den Trainingseinheiten mit meinen Freunden und den Begegnungen mit anderen Schwimmer*innen aus dem In- und Ausland. Und Höchstleistung konnte ich dennoch erbringen!

Ich hatte mich immer aus Freude am Schwimmsport dafür entschieden, ihn (weiter)zumachen. Das Interessante dabei war: Ich war genauso schnell wie die Sportschülerinnen und gehörte zu den Besten. Natürlich denke ich hin und wieder darüber nach, wo ich heute wäre, wenn ich den Karriereweg auf dem Sportinternat eingeschlagen hätte. Denn die ein oder andere Tür zur noch größeren Bühne hätte sich dadurch auf jeden Fall geöffnet.
Von der Leistung her bin ich mir sicher, dass ich eine noch erfolgreichere Schwimmerin geworden wäre. Aber das, was ich dadurch verloren hätte – den Spaß am Schwimmen und die anderen vielfältigen Bereiche in meinem Leben, die mir auch heute wichtig sind – schien mir zu groß. Sicherlich hätte ich an Lebensfreude eingebüßt und über die gesundheitlichen Folgen möchte ich an dieser Stelle gar nicht sprechen.


Konkurrenz im Unternehmen und im Leistungssport: Schwimmerin im Wasser beim Wettkampf


Was bedeutet das für Führungskräfte?

In Unternehmen beobachte ich immer wieder ähnliche Dynamiken. Dort, wo Mitarbeitende und Führungskräfte ständig miteinander verglichen werden oder um Anerkennung kämpfen müssen, entstehen häufig negatives Konkurrenzverhalten, Unsicherheit und Misstrauen.

Geben hingegen Führungskräfte klare Ziele vor, fördern die Zusammenarbeit und schaffen psychologische Sicherheit kann Wettbewerb motivieren, ohne die produktive Zusammenarbeit und den Teamgeist zu gefährden.

Konkurrenz wird nicht durch ihre bloße Existenz zum Problem, sondern durch die Art und Weise, wie sie gelebt wird!


Fazit: Konkurrenz im Unternehmen braucht klare Spielregeln

  • Gute Führungskräfte lenken Konkurrenz in produktive Bahnen und verhindern, dass sie zur Belastung für das Unternehmen wird.
  • Führungskräfte sollten Vertrauen und psychologische Sicherheit schaffen, anstatt Konkurrenz und Unsicherheit mit ihrem Verhalten zu fördern.
  • Langfristiger Erfolg entsteht durch eigene Motivation, Sinn und Freude an der Tätigkeit. Druck und Disziplin reichen allein nicht aus.
  • Gute Führung bedeutet, Menschen nicht nur auf ihre Leistung zu reduzieren, sondern sie als Persönlichkeit wahrzunehmen mit ihren Stärken, Bedürfnissen und Potenzialen und auch sich selbst als Führungskraft.
  • Ein leistungsorientiertes Umfeld kann erfolgreich sein, muss dabei aber die körperliche und psychische Gesunderhaltung von Führungskräften und Mitarbeitenden mit einbeziehen.
  • Eine Führungskraft die Teamgeist und Entwicklung fördert, schafft langfristig Zufriedenheit und stärkere Ergebnisse für das Unternehmen.


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Hallo und guten Tag, ich bin Katja Wollny.

Als systemische Coachin, Trainerin, Team- und Organisationsentwicklerin sowie erfahrene Führungspersönlichkeit bringe ich langjährige Praxiserfahrung mit. Ich unterstütze Führungskräfte dabei, sich selbst und ihre Teams nachhaltig zu stärken – für wirksames Handeln und erfolgreiche Zielerreichung.






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