Komfortzone neu gedacht: Wie Führungskräfte Veränderung klar, menschlich und wirksam gestalten
Woran denken Sie als Führungskraft, wenn Sie „Komfort“ hören?
Ist es vielleicht die tolle Aussicht aus ihrem Büro oder Hotel, der fantastisch zubereitete Kaffee, der Ihnen an den Schreibtisch gebracht wird, weniger Zeit auf vollen Straßen durch Home Office, der Dienstwagen mit allem möglichen Schnick Schnack für modernes Fahren oder ein vertrautes Aufgabenfeld?
Raus aus der Komfortzone - sofort!
Warum das denn? Warum sollte ich das tun? Es ist doch so vertraut, angenehm und bequem?
(Mal ganz ehrlich: Würden Sie tagelang auf einem Liegestuhl entspannen können, ohne sich zu bewegen und dass es irgendwo zwickt und zwackt?)
Nicht nur Sie als Führungskraft, sondern auch Ihre Mitarbeitenden fragen sich, warum sie ihre Komfortzone verlassen sollen. Es ist absolut menschlich! Wir mögen Sicherheit und Beständigkeit.
Und das, obwohl viele von uns wissen, dass sich in jedem Moment etwas verändert. Nicht immer im Großen - das kann auch im ganz Kleinen sein.
Die vertraute Komfortzone - Luxus für Führungskräfte in der modernen Arbeitswelt?
Gefordert wird beruflich von uns oft das Gegenteil von Beständigkeit (und übrigens nicht nur beruflich). Die wirtschaftliche und politische Lage sowie die Digitalisierung fordern Unternehmen aktuell weiterhin heraus und somit auch ihre Angestellten. Und jetzt?
Wir fangen bei Ihnen als Führungspersönlichkeit an:
- Sie sind ein Vorbild für Ihre Mitarbeitenden, ob Sie wollen oder nicht.
- Bleiben Sie in der „Komfortzone“ werden Ihre Mitarbeitenden es Ihnen nachmachen.
- Entwickeln Sie sich weiter, werden es auch Ihre Mitarbeitenden tun.
- Bei denjenigen, die in ihrer „Komfortzone“ verbleiben, sind Sie durch Ihre Führung gefragt.
- Eine Frage sollten Sie sich dennoch stellen, bevor Sie loslegen: Trägt das Verlassen der „Komfortzone“ zur richtigen Lösung bei?
Praxisbeispiel: So hat eine Führungskraft Veränderung erfolgreich gemeistert
Eine Führungskraft erzählte mir im Coaching, wie sie die ständigen Veränderungen unter enormen Druck setzen und sie kaum noch zur Ruhe kommt, auch nicht nach der Arbeit. Sie hat das Coaching mit mir genutzt, um wieder „die Fäden in der Hand zu halten“ und handlungsfähig zu sein.
Sie hat etwas Wichtiges für sich erkannt: Routinen können sich zwar sicher und vertraut anfühlen, aber sie stoßen auch an ihre Grenzen und können uns lähmen, wenn sich etwas verändert und sie nicht mehr passen. Sie fühlte sich dadurch nicht mehr wohl und teils hilflos. Die Führungskraft und ihr Team haben sich daraufhin die drei wichtigsten Arbeitsabläufe „rausgepickt“ und diese Stück für Stück an das Neue angepasst. Und ja, Widerstände gab es von einzelnen Teammitgliedern. Aber sie waren in diesem Fall schnell überwunden. Der Grund dafür? Die Führungskraft hatte ihr Team schnell miteinbezogen und mit ihm darüber gesprochen, warum diese Anpassungen nötig sind und was sie vor hat. Gemeinsam haben sie für die Erarbeitungen Vertrautes genutzt, z. B. vorhandene Meeting-Strukturen und das Wissen über Kompetenzen von Einzelnen, die ihnen aus der bisherigen Zusammenarbeit bekannt waren. Die Führungskraft konnte ab diesem Moment die Expertise und Energie ihres Team nutzen.
Das Komfortzonenmodell einfach erklärt
Um zu verstehen, wie wir lernen oder uns persönlich weiterentwickeln, hilft es, das Komfortzonenmodell zu verstehen. Voilá!
Das Komfortzonenmodell besteht aus unterschiedlichen Zonen. Sie sind nicht, wie auf dem Bild, eindeutig voneinander abgegrenzt. Sondern sie können auch fließend ineinander übergehen. Oder man kehrt in eine Zone zurück, obwohl sie bereits durchlebt wurde. Wie wir die Phasen erleben und verlassen, ist höchst individuell.
Das Modell, das ich Ihnen kurz vorstelle, hat drei Zonen. Durchforsten Sie das Internet, treffen Sie auf Modelle mit bis zu sechs Zonen. Bei weiterem Interesse lesen Sie dort gerne nach.
Die Komfortzone
In der Komfortzone fühlen wir uns wohl wie an einem schönen und gemütlichen Ort. Wir wissen, wie die Dinge laufen. Wir erledigen sie routiniert, kennen den täglichen Weg ins Büro, die Arbeitsabläufe, die Mitarbeitenden und natürlich, gibt es keinen Morgen ohne einen genüsslichen Kaffee. Es ist uns alles vertraut und wir erleben kaum Stress.
In der Komfortzone findet KEINE Veränderung statt.
Die Wachstum- oder Lernzone
In der Wachstumszone passiert Veränderung. Wir verlassen unseren vertrauten und gemütlichen Bereich. Ursprüngliche Verhaltensweisen und Muster funktionieren nicht mehr. Stellen Sie sich einen Morgen ohne Ihren Lieblingscafé zum Wachwerden vor. Was tun Sie?
Wir hinterfragen, orientieren und passen uns an das Neue an. Wir lernen dazu und gewinnen an Wissen. Zunehmend fühlen wir uns wohler und sicherer. Halten wir uns längere Zeit in der Wachstumszone auf, erweitern wir unsere Komfortzone.
Die Panikzone
In der Panikzone fühlen wir uns existenziell bedroht. Wir sind nicht mehr im Stande, unsere Handlungen zu reflektieren und die Lage zu beherrschen.
Die Bereiche im Gehirn, die für das Lernen zuständig sind, sind überreizt. Das heißt in dieser Phase findet kaum Lernen statt und wir verfallen eher irrationalen Verhaltensweisen.
Warum Sie sich diese eine Frage beantworten sollten:
Wann haben Sie Ihre Komfortzone das letzte Mal verlassen? Und wie ging es Ihnen damit?
Ich stelle Ihnen diese Frage nicht einfach so!
Sie durchleben dadurch wieder, wie es Ihnen in einer Zeit von Veränderung erging. Somit haben Sie bereits eine Reaktionsmöglichkeit. Daneben gibt es unzählige andere - so wie wir Menschen verschieden sein können.
Sie fragen sich jetzt vermutlich, welche Verantwortung Sie als Führungskraft dabei tragen? Sie nehmen Einfluss auf das Ergebnis für Ihr Unternehmen, ganz klar.
5 konkrete Schritte für Führungskräfte in Zeiten der Veränderung
- Zeigen Sie Verständnis für die einzelnen Mitarbeitenden und ihre unterschiedlichen Reaktionen.
- Nutzen Sie Modelle, z.B. das „Komfortzonenmodell“, das Ihren Mitarbeitenden hilft, die aktuelle Situation einzuordnen.
- Holen Sie für sich selbst Support durch Coaching oder Mentoring.
- Sprechen Sie einzeln mit Ihren Mitarbeitenden. Finden Sie dabei heraus, wie Sie sie unterstützen können, um sich weiterzuentwickeln.
- Klären Sie intern, welche Unterstützung Sie Ihren Mitarbeitenden anbieten können.
Ständiger Wandel? Dann tun Sie das
Und wenn Sie mit Ihrem Team in ständiger Veränderung arbeiten, schaffen Sie bewusst Räume, die die „Komfortzone“ ermöglichen. Ich möchte diese gerne auch „Räume für Routinen“ nennen, die von Ihrem Team und Ihnen mit Leben gefüllt werden. Oder besser gesagt, die bequem und vertraut sein dürfen. Das kann die wiederholte und selbe Art und Weise sein, wie ein Meeting strukturiert ist, der morgendliche Rundgang durch die Büros oder das gemeinsame Mittagessen. Sie selbst und Ihr Team wissen am besten, was Ihnen gut tut, sprechen Sie darüber!
Fazit: Wirksame Führung bedeutet, Komfortzone und Veränderung bewusst zu gestalten
- Veränderung gehört zur modernen Führung und ist fester Bestandteil unserer Arbeitswelt.
- Wirksame Führung in Veränderungsprozessen entsteht, wenn Sicherheit und Entwicklung nicht als „Feinde“ verstanden werden.
- Die Komfortzone ist die Basis für Lernen und nachhaltige Veränderung.
- Klares Führungsverhalten und die Einbindung des Teams schaffen Orientierung, Vertrauen und stärken die Teamleistung.
- Das Komfortzonenmodell hilft, Reaktionen auf Veränderung besser zu verstehen und gezielt zu begleiten.
- Coaching unterstützt Führungskräfte dabei, Klarheit zu gewinnen, handlungsfähig zu bleiben und Veränderung bewusst, menschlich und wirksam zu gestalten.
Stärken Sie sich selbst, Ihre Führungsrolle und Ihr Team – für wirksames Handeln, gesunde Zusammenarbeit und nachhaltige Ergebnisse.
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Hallo und guten Tag, ich bin Katja Wollny.
Als systemische Coachin, Trainerin, Team- und Organisationsentwicklerin sowie erfahrene Führungspersönlichkeit bringe ich langjährige Praxiserfahrung mit. Ich unterstütze Führungskräfte dabei, sich selbst und ihre Teams nachhaltig zu stärken – für wirksames Handeln und erfolgreiche Zielerreichung.


